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Diskriminierungs-Bekämpfung für Gründerinnen durch gezielten Kompetenzaufbau beim Erkennen und Bewältigen von Diskriminierungsmustern

Frauen gründen deutlich seltener als Männer ein Unternehmen oder machen sich selbständig. Dafür sind strukturelle Ursachen verantwortlich, aber auch unterschiedliche Bewertungsmuster für Frauen und Männer. Männern wird das erfolgreiche Unternehmertum viel schneller und selbstverständlicher zugeschrieben als Frauen.

Für die Frauen bedeutet das: Ihre Gründungsentscheidung wird nicht selten gehemmt durch Diskriminierungserfahrungen. Das möchten wir ändern.

Das Projekt KITE zielt darauf,

  • aus diskriminierenden Erfahrungen von Gründerinnen und Unternehmerinnen bestimmte Ausgrenzungsmuster und –codes zu identifizieren,
  • das Schwarmwissen von Unternehmerinnen und Gründerinnen für andere nutzbar zu machen,
  • die Gründerinnen darin unterstützen, die gemachten Erfahrungen schneller und eindeutiger einem genderspezifischen Code zuzuordnen,
  • Tipps zu geben, wie andere Gründerinnen eine ähnliche Situation bewältigt haben und
  • damit die Resilienz der Gründerinnen zu erhöhen.

Im Thinktank des Projektes wird von Expertinnen aus dem Bereich Gründerinnenforschung, Gleichstellung, Kommunikation/Ästhetik und Programmierung eine Idee entwickelt, wie eine technische Anwendung in diesem Bereich aussehen könnte, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz aus dem Erfahrungsschatz der Gründerinnen und Unternehmerinnen auch neue Situationen analysieren und bewerten kann. Zu klären ist dabei auch, welchen Werten und Parametern eine solche KI folgen müsste, damit sie nicht selbst zum Fundus für genderspezifische Diskriminierungserfahrung wird.

In  einem ersten Workshop wurden in einem Designthinkingprozess die Anforderungen/Bedürfnisse der Zielgruppe in den Blick genommen und genauer analysiert, alle Teilnehmerinnen auf einen gemeinsamen Kenntnisstand zu den Projektinhalten und –zielen gebracht und Expertisen für die Weiterentwicklung der entstandenen Ideen in Auftrag gegeben.

Über die verschiedenen Expertisen wurden gemeinsame Grundlagen zum Themenfeld geschaffen und Schlüsselsituationen im Gründungsprozess identifiziert. Mit einem stärkeren Fokus auf die Operationalisierung wurde dann konkret an einzelnen Szenen im Gründungsprozess gearbeitet, um mit Hilfe der Simulation eines gründungsrelevanten Szenarios eine Szene prototypisch durchzuspielen.

Für die Konzeption des Spiels haben wir uns mit dem Lernfeld und Lernzielen zum Thema Diskriminierung beschäftigt. Die Gründerinnen sollen das Tool nutzen können, um sich auf Situationen im Gründungsprozess vorzubereiten. Vor allem soll die Anwendung aber die Gründerinnen für diskriminierende Strukturen sensibilisieren und damit deren Resilienz (im Gründungsprozess) steigern.

Im dritten Workshop wurden zwei Spieleideen (Visual novel oder interaktives Storytelling) vorgestellt, zu denen die Einschätzungen und Rückmeldungen der Workshopteilnehmerinnen eingeholt wurden und der Frage nachgespürt wurde, welche Funktionalität welche der bisher ermittelten Anforderungen erfüllen könnte.

Vorbild dafür sind analoge Veranstaltungen von Gründerinnen und Unternehmerinnen, die durch informelle Austauschmöglichkeiten dazu beitragen, das Erlebte in einen gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen und die eigene Haltung zu diskriminierenden Äußerungen verändern zu können. Die Übertragung dieser Möglichkeiten in den digitalen Raum, das Lernen von anderen Gründerinnen und Unternehmerinnen im informellen Zusammenhang, ist ein wesentliches Ziel der im Kite Projekt konzipierten Anwendung.

Kontakt:  kitegrunderinnenagenturde